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Musik-Konferenz
Die Riviera Konferenz für Clubkultur ging dieses Jahr eigene Wege und fand als Kick-Off der Offenbacher Riviera Saison am Freitag, 23. Juni statt. Inhaltlich führte die Konferenz konsequent das fort, was seit drei Jahren ihr Ziel und Anliegen ist: Menschen aus der Musikbranche des Rhein-Main-Gebietes und darüber hinaus zu interessanten und relevanten Themen zusammenzubringen. Am Samstag, 24. Juni wurde das Konferenzthema durch drei kostenfreie Workshops ergänzt, die sich gezielt an Unternehmen und Personen der Musik- und Veranstaltungsbranche richteten.
Dieses Jahr lag der Fokus auf dem Thema Energie, das aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wurde: Angefangen bei der Frage, wie viel Kraft und Energie die Mitgliedschaft in einer Branchenvertretung kostet oder spart, hin zu der Frage, in welchem Umfeld sich kreative Energie am besten entfalten kann, spannte die Konferenz den Bogen zu der Frage nach den persönlichen Energiekrisen und damit nach der Frage der Endlichkeit eigener Ressourcen. Der Schlusspunkt der Riviera-Konferenz wurde zum Ausrufezeichen! In einem gemeinsamen Gespräch mit den Kooperationspartner*innen des Riviera Festivals wurden Energien zusammengeführt und Richtung Zukunft geleitet.
Die Workshops am folgenden Tag gaben Zeit, sich intensiver mit den Themen psychische Gesundheit, Awareness und Energie sparen zu beschäftigen. In kleinen Gruppen wurden diese Themen vertieft und die Gelegenheit für einen Austausch geboten.
Die Teilnahme an der Konferenz und an den Workshops war kostenfrei.
Panels
Freitag, 23. Juni, 14 – 15 Uhr, Rathaus Pavillon
Sascha Wild (Musikbeauftragter der Stadt Frankfurt am Main), Sabine-Lydia Schmidt (Kulturreferentin Stadt Offenbach), Tif (Musikerin), Ecuador Indio (Riverside Session)
Werden das kreative Schaffen der Musikbranche als Energie und die strukturellen Rahmenbedingungen als Potenzial betrachtet, dann bildet Letzteres den Boden der Wirklichkeit, auf dem Ideen wachsen und im besten Fall umgesetzt werden. In der Realität kann eine städtische Förderung das Album einer Musikerin oder eines Musikers realisieren, die Idee eines Kollektivs für eine temporären Konzertreihe scheitert jedoch an bezahlbarem Veranstaltungsraum. Es soll also der Frage nachgegangen werden, wie ausgewogen das Verhältnis von Idee und Realisierbarkeit in der Rhein-Main-Region ist. Wo liegen strukturelle Stärken und wo die Schwächen, welche Auswirkungen hat das auf die Musikbranche und was kann besser sein?
Freitag, 23. Juni, 15 – 16 Uhr, Rathaus Pavillon
Verena Bößmann (Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen e.V.), Francesca Herget (Netzwerk Music Women Germany / Schlachthof Wiesbaden), Klaus Bossert (Live in Hessen e.V.)
Musikschaffende vereinen viele Jobs in Personalunion. Neben der eigentlichen Profession, die da sein kann: Musik machen, Produzieren, Veranstalten, muss auch das weite Feld an zusätzlichen Aufgaben wie Netzwerken, PR, Finanzen etc. bearbeitet werden und sowas wie ein Privatleben sollte es eigentlich auch noch geben. Chapeau an diejenigen, die im Wechselspiel der Funktionen noch Energie für das Thema Branchenvertretung haben! Wie sinnvoll ein gemeinsames Auftreten und Agieren von unabhängigen Musikunternehmer*innen ist und wie die Grundhaltung „better together“ dem Energielevel gut tun kann, darüber tauschen sich in einem gemeinsamen Gespräch Vertreterinnen der Verbände von Musikschaffenden und Veranstaltenden aus.
Freitag, 23. Juni, 17 – 18 Uhr, Rathaus Pavillon
Speaker*innen: Linus Volkmann (Musikjournalist), Moses Joses (Gründer Zsa Zsa)
Reden wir doch mal über persönliche Energiekrisen in der Musikbranche und darüber, welche Energiefresser tagtäglich an einem zerren, wie man sie erkennt und wie man sie ganz schnell wieder loswird. Und wenn wir einmal dabei sind, sollten wir auch darüber sprechen, wie verlorene Energie und Kraft zurückkommt und bleibt.
Freitag, 23. Juni, 18 – 19 Uhr, Rathaus Pavillon
Mit Vertreter*innen der Offenbacher Clubs und Konzertspielstätten
Die Riviera Konferenz und das Riviera Festival sind eine ganz wunderbare Sache, und wie das mit schönen Ereignissen so ist, wollen sie geplant, organisiert und veranstaltet werden. All das kostet Zeit, und – genau – Energie und deshalb soll dieser Slot im Konferenzablauf den Veranstalter*innen und Kooperpationspartner*innen gewidmet sein.
In einem gemeinsamen Gespräch werden die Energien aller Beteiligten gebündelt und Erfahrungen, Anregungen und Wünsche geäußert und zusammengetragen: Ziel soll es sein, diesen Austausch konstruktiv zu nutzen und gemeinsam den Weg für viele weitere Jahre Riviera Festival und Konferenz zu ebnen. Aufgezeichnet wird das Ganze mit einem Graphic Recording.
Samstag, 24. Juni, 14 – 16 Uhr, ROC Office Center (Stadthof 16a, 63065 Offenbach am Main)
Workshopleitung: Runa Hoffmann (Same but different)
Der Workshop richtet sich an Unternehmen und Personen, die in der Musikbranche tätig sind und sich in ihrer beruflichen Praxis mit dem Thema Awareness beschäftigen. Wie Grundlagen für ein respektvolles Miteinander geschaffen und wie diese sowohl in Veranstaltungen als auch in der beruflichen Praxis verankert werden, wird in einem einführenden Vortrag geklärt.
Aus diesem Themenkomplex ergibt sich der zweite Teil des Workshops: Wie sollen Unternehmen und Personen mit Diskriminierungsvorwürfen umgehen?
Die Dozierenden stellen Strategien dar und kommen mit dem Teilnehmer*innen in ein persönliches Gespräch.
Die Workshopteilnahme ist kostenlos und auf 12 Teilnehmer*innen begrenzt, eine Registrierung per E-Mail an riviera@offenbach.de ist notwendig.
Samstag, 24. Juni, 16 – 18 Uhr, ROC Office Center (Stadthof 16a, 63065 Offenbach am Main)
Workshopleitung: Hanna Mauksch (Referentin für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement)
Ein einführender Vortrag vermittelt einen Überblick zu dem Thema nachhaltige Veranstaltungsplanung und zeigt aktuelle Tendenzen und Entwicklungen auf. Dem Vortrag schließt sich ein Workshop an, in dem sich die Teilnehmer*innen auf Basis ihrer Erfahrungen und beruflichen Praxis mit der Frage: »Wie geht energie- und CO2-minimierende Veranstaltungswirtschaft?« auseinandersetzen. Die Teilnehmer*innen sollen zum einen in die Lage versetzt werden, die gewonnenen Erkenntnisse in ihre berufliche Praxis zu überführen, zum anderen soll ein über den Workshop hinausführender Erfahrungsaustausch angeregt werden.
Die Workshopteilnahme ist kostenlos und auf 12 Teilnehmer*innen begrenzt, eine Registrierung per Mail an riviera@offenbach.de ist notwendig.
Speaker

Born and raised in Heidelberg, dann mit langer Station in Darmstadt, befasste sich Ergin Erteber intensiv mit Gestaltung und Fotografie. Ständiger Begleiter war dabei die Musik mit dem Ergebnis, dass er beide Welten für sich fusionieren musste. Er war sowohl gestalterisch als auch musikalisch in dem Darmstädter Kunst- und Club- Projekt „Galerie Kuzweil“ involviert. Seine bisherigen Projekte wie z. B. „Things From The Basement“ zeigen ebenfalls Stationen dieser Entwicklung auf. Bei dieser Zusammenarbeit mit Steffen Neuert (Bergheim 34) war bereits zu erkennen, dass es ihm weniger um Funktionalität geht, sondern vielmehr um Ästhetik, Ausstrahlung und Charisma. Ergin Erteber veröffentlicht auf dem Label Kann Records.

Francesca Herget hat in Mannheim dual Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt auf Event-und Kulturmanagement studiert, die Ausbildung dazu in Mainz im Bereich Kultur bei einer städtischen Tochtergesellschaft absolviert. Im Anschluss ist sie zurück nach Wiesbaden gegangen und seit 5 Jahren im Schlachthof Wiesbaden tätig. Angefangen hat sie im Ticketing und ist mittlerweile auch für alle Projektförderungen zuständig. Neben ihrer Arbeit im Schlachthof ist sie derzeit dabei, den hessischen Ableger des Bundesverbands Music Women* Germany zu gründen und macht sich hierfür mit ihren Partnerinnen Sabrina Theisen-Steiz (Schlachthof Wiesbaden) und Jasmin Himmelmann (Audiolith / Counterparts) stark.

Hanna Mauksch hat B.Sc. Geographische Wissenschaften (Freie Universität Berlin) und M.Sc. Environmental Planning (Technische Universität Berlin) studiert. In ihrer Masterarbeit (2018) untersuchte sie das Umsetzungspotential vom Umweltschutzmaßnahmen in Musikclubs und ist seitdem im nachhaltigen Eventmanagement tätig. Für den Naturschutzbund Deutschland e.V. war sie als Referentin für Veranstaltungen im SDG (Sustainable Development Goals)-Team zuständig. Für den BUND Berlin agierte sie als Projektkoordinatorin für Klimaschutz in Clubs für die Initiative Clubtopia (www.clubtopia.de), die sich für den nachhaltigen und klimafreundlichen Wandel der Berliner Clubszene einsetzt. Dort war sie unter anderem an der Veröffentlichung des Code of Conducts „Zukunft Feiern!“ (www.zukunft-feiern.de) für Musikclubs beteiligt, für das sie heute als Projektleitung bundesweit agiert. Freiberuflich arbeitet Hanna als zertifizierte Nachhaltigkeitsberaterin für Musikfestivals

Linus Volkmann ist Autor, Journalist und Bühnenkünstler. Er schreibt unter anderem für Die Zeit, spiegelonline, Musikexpress und die Siegessäule. Für Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ verfasste er den Beitrag „Max Giesinger – Eier aus Stahl. Die deutsche Industriemusik“. Das Stück, das in den Song „Menschen, Leben, Tanzen, Welt“ mündete, gewann einen Grimme Award. Linus Volkmann veröffentlichte diverse Bücher und betreibt einen Interviewpodcast. Zudem unterhält er den preisgekrönten kulturkritischen Blog „Kaput – Magazin für Insolvenz & Pop“, der sich mit den Fragen von Ökonomie und Kunst auseinandersetzt. Linus Volkmann lebt und arbeitet in Frankfurt.

Moses Joses ist ein DJ, Produzent und Tänzer aus Offenbach am Main. Sein Sound bewegt sich zwischen elektronischen Genres wie Ambient, Experimental, House, Acid und erkundet stets unkonventionelle musikalische Pfade. Als Gründer von ZSA ZSA engagiert er sich dafür, Musik und Tanz zu nutzen, um das eigene Wohlbefinden zu verbessern. ZSA ZSA ist ein Plattenlabel, Open-Air und eine multidisziplinäre Plattform, die darauf abzielt, eine gesunde Clubkultur zu kultivieren. Als DJ hat Moses Joses national und international in renommierten Clubs, Festivals, Raves und Institutionen aufgelegt, darunter der Robert Johnson Club in Offenbach, das Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt, TEDER.FM in Tel Aviv, das Goethe-Institut Marokko in Rabat und viele andere.
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https://www.instagram.com/moses___joses/
https://ra.co/dj/mosesjoses

Rebecca Leudesdorff ist Kunsthistorikerin und Kunstpädagogin mit Herz und dem Bedürfnis, Kunst für ein diverses und breites Publikum zugänglich zu machen. Seit 13 Jahren arbeitet sie als Kunstvermittlerin und Texterin. An der Entwicklung und Durchführung von Ausstellungen ist sie seit zehn Jahren als Kuratorin tätig. Mit der Erfahrung aus der Frankfurter Museenlandschaft, wirkt sie seit 2022 an eigenen, freien Projekten sowie in kuratorischer Beratung für Kunstsammlungen. Im vergangenen Jahr hat sie zum Riviera Festival bereits die Ausstellung „PIZZA MIT ALLES. Cartoons und Comics von Leo Riegel“, in den Parkside Studios Offenbach kuratiert, um in diesem Jahr mit der Offenbacher Künstlerin Charlotte Rahn die nächste Ausstellung an den Start zu bringen: „SOFT POWER“. Die Parkside Studios Offenbach sind im Osten Offenbachs in einem denkmalgeschützten Industriegebäude aus den 1910er Jahren. Die beeindruckenden Räume sind Event-Location für ausgesuchte kulturelle Veranstaltungen und bieten mit Konzerten, Kino, Schauspiel, Ausstellungen und Feiern unverwechselbare „good vibrations“.

Kulturwissenschaft, Genderstudies & Biologie – interdisziplinär forscht Runa Hoffmann aktuell zu
naturwissenschaftlichen Sammlungen und der kritischen Aufarbeitung ihrer kolonialen Kontexte. Sie ist zudem, Diversity-Trainerin & Speakerin mit den Schwerpunkten Diversity Management, Diskriminierung, Sexismus & Antisemitismus und kann auf jahrelange Erfahrung im Kulturbetrieb zurückblicken: Als ehemalige Leiterin und Personalchefin Berliner Clubs setzte
sie zielgerichtete Maßnahmen zur Diversifizierung & Sensibilisierung der Belegschaft um. Verantwortungsbewusstes Krisenmanagement & die Beratung und Begleitung von Unternehmen und Personen, die mit Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert werden, sind Runas Fokus.

Sabine-Lydia Schmidt absolvierte an der HfG Offenbach ein Studium im Fachbereich Experimentelle Raumkonzepte und studierte an der Hochschule Darmstadt Sound- und Music-Production. Seit 2016 ist sie Kulturreferentin der Stadt Offenbach am Main und widmet ihre Arbeit der Popkultur und Kreativwirtschaft, sie führt ein Independent-Plattenlabel und arbeitet als freie Musikkuratorin. Ab Juli 2023 übernimmt sie die Leitung der bundesweiten Infrastrukturförderung in der Initiative Musik. In ihrer Promotion entwickelt sie Revitalisierungstrategien für Musikpavillons in deutschen Kurorten.

Sascha Wild ist gebürtiger Frankfurter und studierte Schlagzeug und Klavier mit Schwerpunkt Jazz an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz. Seine Musikkarriere umfasste Stationen in den Bereichen Jazz, Clubmusik und experimenteller Klangkunst. Als Musikpädagoge arbeitete er in vielzähligen Kontexten mit Menschen aller Altersstufen und hatte Lehraufträge an mehreren Musik- und Kunsthochschulen in Deutschland. Seine Filmmusikproduktionen schafften es bis ins Kino und für die Lufthansa spielte er ein live-Konzert über den Wolken. Zehn Jahre lang leitete das Programm „Jazz und Improvisierte Musik in die Schule!“ (ein Projekt zur Förderung des Jazznachwuchs in Frankfurt). Seit September 2022 ist er Referent für Musik im Kulturamt der Stadt Frankfurt.

Tiffanie Unukić, kurz „tif“, ist Musikerin aus Offenbach am Main. Die gebürtige Heilbronnerin wohnt nun schon seit fast fünf Jahren in ihrer Wahlheimat und arbeitet hier an Ihrem ersten Soloprojekt. Als tif und Teil des Duo´s „pape“, erschienen bereits eine EP und zehn Singles. Ihr kommendes Solo-Debüt schreibt und produziert die Independent Künstlerin selbst, es soll dieses Jahr erscheinen. Dort wandert sie durch Tränenpaläste, fährt in Wohlschmerz durch verträumte Welten und lenkt dabei musikalisch nicht nur in eine Richtung. „tif“ singt auf deutsch, englisch und kroatisch, verkörpert Einflüsse aus Balkan, experimentiert mit arabischer Soundwelt, Neo-Soul, Hip-Hop, Indie, sowie elektronischer Musik und erfindet sich dabei ständig neu.

Ursprünglich studiere Verena Medizin, bevor sie auf ihr Bauchgefühl hörte und in die Musikbranche abbog – zunächst als Künstlerin. 2011 gründete sie mit Nicolaj Gruzdov das Unternehmen Dunstan Music (Artist Management, Music Publishing) und Dunstan Media (Online Music Marketing). Zu ihrem Daily Business gehört heute Music Marketing, Music Publishing sowie Artist Management. Als Mentorin bei verschiedenen Programmen (u.a. Keychange, MEWEM, Zukunftsmusik) teilt sie immer wieder ihre Erfahrungen mit der nächsten Generation. Seit 2021 ist sie darüber hinaus Vorstandsmitglied beim VUT (Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen).